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GEMEINDERAT UND CDU

Brenner will die Eissporthalle

AALEN  Genau das Gegenteil sei richtig. Herbert Brenner wehrt sich gegen die Darstellung, er habe gemeinsam mit Peter Peschel in der CDU-Fraktion des Aalener Gemeinderates gegen die Übernahme der Schulden der Eisbahn-Gesellschaft votiert. Dass Aalen eine Eissporthalle brauche, stehe für ihn ganz außer Zweifel.
Vielmehr habe er sich in einer engagierten Rede im Rat in nichtöffentlicher Sitzung dafür eingesetzt, die Eissporthalle zu erhalten. Dazu, so habe er gefordert, müsse die Stadt die Bürgerschaft (190 000 Euro) an die Kreissparkasse auszahlen. Man dürfe die Sparkasse nicht hängen lassen, auch um deren Sponsorenschaft nicht zu gefährden.
Jetzt sei zu überlegen, wie das Konzept für eine neue oder ertüchtigte Eissporthalle und für deren Nutzung im Sommer aussehen soll. Man müsse sich ansehen, wie andere Städte mit ähnlichen Einrichtungen umgingen.
wi

© Schwäbische Post 7.3.2007

 

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Im Sommer gleiten die Stöcke übers Pflaster

Leicht schwankend gleitet das gut fünf Kilogramm schwere Spielgerät über die Betonpflastersteine unter der Nordtribüne des Aalener Waldstadions. Lautes Klacken zeugt von der perfekten Kollision mit dem Eisstock eines gegnerischen Spielers. Die Eisstockschützen der Aalener Eissportfreunde absolvieren auf den vier 2004 errichteten Bahnen den Hauptteil ihres Trainings.

Dienstags und donnerstags erwacht der Platz unter der Nordtribüne zum Leben. Nach Feierabend versammeln sich zwischen zehn und 20 Mannschafts- und Hobbyspieler, wo sonst alle 14 Tage die Fußballfans mit dem VfR Aalen mitfiebern. Alois Pöhler, Vorsitzender und Trainer der Aalener Eissportfreunde, werkelt gerade an den Eisstöcken im Schrank des Abstellraums. "Ich mach' eine schnellere Laufsohle auf den Stock, dann fallen ihnen die ersten Schüsse leichter", sagt Pöhler. Und ehe ich mich versehe, stehe ich auf der Bahn und schwinge den Eisstock, angeleitet von Alois Pöhler. Das Ziel fest anvisiert, setzt der Eisstock auf dem gepflasterten Boden auf und gleitet bis an den Rand des Zielfelds - zu kurz, um die andere Mannschaft in Gefahr zu bringen.
Nach einigen "Übungsschüssen" mit den zwischen 200 und 400 Euro teuren Eisstöcken kommt langsam das Gefühl für den Bewegungsablauf und die Stöcke werden präziser platziert. "Die eigene Taktik muss der so genannte Moar, eine Art Spielführer, individuell nach den Fähigkeiten seines Teams sowie denen des Gegners festlegen", meint Pöhler.

Verschiedene Disziplinen werden beim Eisstockschießen unterschieden. Beim Mannschaftswettbewerb wird im Modus "Jeder gegen Jeden" gespielt, wobei ein Team aus vier Spielern besteht. "Durch die sehr langen Spieltage und die unübersichtliche Ergebnissituation sind die Wettbewerbe unattraktiv", meint Pöhler. Einfacher zu durchschauen sei da schon das Weitschießen, bei dem jeder Teilnehmer fünf Versuche besitzt und die Weiten der besten zwei zusammengezählt werden. Beim Zielwettbewerb sind vier Übungen zu absolvieren. "Zunächst muss der Zielring, die so genannte Daube, ins Visier genommen werden. Und im Zielfeld platzierte Stöcke müssen weggeräumt beziehungsweise ins Ziel geschoben werden. "Dabei ist die Geschicklichkeit und das Fingerspitzengefühl gefragt", erklärt Pöhler.
Inzwischen haben sich acht Eisstock-Enthusiasten unter der Tribüne im Aalener Rohrwang warm gespielt, zumeist Hobbyspieler des Vereins. "Wir bieten neben einer Mixed-Mannschaft und einem Herrenteam auch Hobbysportlern die Gelegenheit, sich bei Turnieren zu messen", erzählt Alois Pöhler. Ein lockeres Spiel startet, die Stöcke werden im Feld um die Daube gelegt und vom anderen Team auch schon mal weggeschossen. Punkte gibt's für alle Stöcke, die näher als der erste gegnerische an der Daube liegen. "Normalerweise geht ein Spiel über sechs Kehren, wir spielen heute aber nur vier", gibt der Trainer als Marschroute aus. Am Ende des Spiels ist das Ergebnis deutlich ausgefallen, das Team des Autors dieses Artikels, der Freude am Spiel gefunden hat, konnte den routinierten Eisfreunden nicht Stand halten.
Historisch sind die Anfänge des Eisstockschießens im 15. Jahrhundert begründet. Mit aus Holz gefertigten Stöcken wurde auf zugefrorenen Gewässern die Grundlage des Sports geschaffen. Auf einem Bild von Peter Breughel aus dem Jahre 1565 ist Eisstockschießen auf zugefrorenen Grachten in Holland zu sehen.
Der Bau der Sommerbahnen am Aalener Waldstadion bedeutet einen wesentlichen Schritt nach vorn. "80 Prozent unseres Trainings bestreiten wir hier und nicht mehr auf dem Eis", sagt Pöhler. Die Technik werde hier verfeinert, bevor man sich im Oktober dann den letzten Schliff auf dem Eis hole und die Rundenkämpfe, die ausschließlich auf Eis gespielt würden, beginnen. Für die rund 30 aktiven Spieler des Vereins bildet die neue Anlage das Rückgrat ihres Trainingsbetriebs. "Wir sind bestrebt, das Eisstockschießen als Fun-Sport in Aalen zu etablieren. Deshalb haben wir einen Eisstocktriathlon ausgeklügelt", sagt Pöhler. Heuer soll das Turnier, an dem Mannschaften mit drei Spielern teilnehmen können, am 17. Juli über die Bühne gehen.
Das Herrenteam der Aalener Eissportfreunde ist nach einjähriger Zugehörigkeit zur Zweiten Bundesliga wieder in die Bezirksklasse abgestiegen. "Die Unterschiede zwischen Bezirksebene und den Topteams ist einfach zu groß. Bayern mit einem Anteil von rund 90 Prozent der bundesdeutschen Eisstockschützen nimmt eine dominierende Stellung ein", meint Pöhler. Wichtig wäre dem Vorsitzenden, dass der Club wieder eine Jugendmannschaft stellen könnte. "Das würde für den Randsport Eisstockschießen einen gewissen Schub bringen." Sascha Kurz

Diese Laufsohle für den Eisstock, oder doch lieber die andere? Die Auswahl muss der Spieler je nach Belag und Spieltaktik wählen.   (Fotos: opo)  
  Fest umfasst wird der Stiel des Eisstocks, bevor er über den Boden gleitet.   (Fotos: opo)
    (Fotos: opo)

© Schwäbische Post 20.5.2005